Anton L.(L. wird durch die unangemessene Länge seines Nachnamens, der aber mit L beginnt erklärt) ist im wahrsten Sinne ein Einzelgänger.
Vor der Entmaterialisierung der Menschen liegt das vor allem an seinen merkwürdigen Angewohnheiten. Seine Körperhygiene betreibt er im Quartal: Ein halbes Jahr gar nicht, dann sehr intensiv. Als intensiv könnte man daher auch seinen Körpergeruch bezeichnen. Eingebildet krank wird er auch im Quartal: Er leidet an einer chronischen Sonnengeflechtsschwellung. Seinen Alkoholkonsum durchlebt er ebenfalls im Quartal, aber das sei nur nebenbei erwähnt. Diese „Struktur“ steht jedoch nicht seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein und seinem Egoismus nicht im geringsten im Wege. So erschüttert ihn der Fakt, dass er plötzlich allein in der Stadt, wie es scheint in der gesamten Welt, ist , nicht sonderlich. Die einzige Spur von menschlichem Dasein sind die getragenen Kleider, die wie Leichen an Ort und Stelle liegen, wo ihr Besitzer sie zuletzt ausgefüllt hat. Zunächst in Erinnerungen schwelgend wird ihm schnell die Tatsache bewusst, dass nun alles ihm gehört. Zunächst bezieht er eine Luxussuite, dann die kurfürstliche Residenz. Bald darauf ernennt er sich zum Papst und schließlich stellt sich herraus, dass es sich bei Anton L. um Gott handelt. Diese Erkenntnis ist zur Ausnahme nicht allein Anton L.s Idee. In der Hofwachszieherei, in der sich Anton L. mit Kerzen bereichert, findet er einen Brief, der seine Neugierde weckt. Nach seiner Recherche und der Hilfe seines Bekannten, die Blechstatue des Kurfürsten, stößt er auf ein Buch. Das Buch. Das Buch, das alle Geheimnisse der Welt erklärt, in 26 Kapiteln. Die Menschen hatten den Glauben und der Letzte das Wissen, bis auch dieser sich auflöst.
Getragen von den Freiheitsidealen eines alten Keilers und fest entschlossen ihr leidliches Dasein abzulegen, erheben sich die geknechteten Tiere gegen die herrschenden Menschen und vertreiben sie von ihrer Farm. Infolgedessen werden die Revolutionsideale von den Schweinen, den klügsten Tieren der Farm, zu einer allgemeingeltenden Doktrin ausgearbeitet. Den Kern dieser Doktrin bilden dabei der Gedanke der Gleichheit aller Farmtiere und die Verachtung des menschlichen Verhaltes. Schon bald beginnt die von Menschen befreite Farm, dank dem unerschöpflichen Enthusiasmus der Tiere, zu gedeihen. Mit großer Aufopferung und mit vereinten Kräften arbeiten fast alle an ihrem Traum von einem besseren Morgen und vertrauen die Organisation der Farm den schlauen Schweinen an. Diese nutzen jedoch die ungebildet Masse als Machtstütze aus und beginnen nach und nach die erkämpften Freiheiten durch gezielte Propaganda, Geschichtsfälschung und Ängstigung einzuschränken. Währenddessen stellen sie sich als die privilegierte Schicht dar und beseitigen in ihrem Machtwahn die innere Opposition mithilfe eines Terrorappartes. Damit gelingt es ihnen jede erdenkliche Infragesetzung ihrer Politik im Keim zu ersticken. Während sie selbst beinahe ein menschenähnliches Leben führen, zwingen sie die anderen Tiere immer größere Opfer zu bringen. Letztendlich verraten sie alle ihre alten Ideale, indem sie aufrechtlaufen, wirtschaftliche Beziehungen zu den Menschen pflegen und sich selbst als Herren der Farm betrachten.
..ist eine kurze Erzählung von Philip K. Dick aus dem Jahre 1955.
Autofab beginnt da wo viele Endzeitgeschichten enden: Der 5 Jahre andauernde Krieg ist vorüber, das Land ist verwüstet und die Amerikaner kommen aus ihren Bunkern um neu anzufangen. Um den Neuanfang zu erleichtern entwickelten findige Wissenschaftler vor dem Krieg die so genannten Autofab's - automatische Fabriken. Diese gibt es überall in den Staaten. Sie produzieren für die Bürger von Morgen alle nur erdenklichen Gebrauchsgüter, von der synthetischen Milch bis hin zum Rasenmäher. Jedoch kennen sie bezüglich des Verbrauchs kein Maß und produzieren an einem realen Bedarf vorbei. Aber die Menschen wollen den Wiederaufbau in ihre eigenen Hände nehmen. Sie wollen selber anpacken und produzieren, wollen die Maschinen übernehmen und die aufgezwungene "Hilfe" der automatischen Fabriken stürzen.
Den Bewohnern einer kleinen, aus automatisch gefertigten Plastikreihenhäusern bestehenden Siedlung, gelingt es zwar Kontakt mit der nahe gelegenen Fabrik aufzunehmen, jedoch lassen die logisch denkenden Maschinen nicht mit sich verhandeln. O’Neil, einen aus einer entfernten Siedlung angeheuerten Experten für diese Fabriken, gelingt es mit einem Trick zwei aufeinander zu hetzen. Sie platzieren einen Köder aus dem seltenen Metall Wolfram, genau zwischen zwei Fabriken, die sich darum garantiert streiten müssen. Ab hier geraten die Fabriken völlig außer Kontrolle, suchen sich Verbündete Fabriken und bekriegen sich mit ganzen Heerscharen von Robotern. Es beginnt ein technisches Wettrüsten. Der Mensch hat nun seine Freiheit wieder und führt wieder ein Dasein fern von allen Autofab-Annehmlichkeiten, aber zu welchem Preis? Denn die Nanomaschinen denken gar nicht daran zu kapitulieren und lassen sich immer ausgefeiltere Strategien einfallen um zu „überleben“ und neue Orte zu besiedeln.
The Clockwork Orange oder Die Uhrwerk-Orange. Der Roman aus dem Jahr 1962 von Anthony Burgess spielt in der Zukunft in London. Protagonist ist der 15 jährige Alex. Alex und seine drei „Droogs“ Dim, Pete und Georgie trinken jeden Abend in der Korova Milchbar Milch mit Schuss. Danach suchen sie sich auf offener Straße ihre Opfer oder brechen in Häuser ein um sie zusammenzuschlagen und auszurauben. Mit Frauen spielen sie ihr „raus-rein“ Spiel. Als sie in das Haus des Autors der „Uhrwerk-Orange“ eindringen, ihn zusammenschlagen und dessen Frau vergewaltigen, wissen sie noch nicht, was das später noch für Folgen mit sich ziehen wird. Eines Tages jedoch wird Alex nach einem Einbruch von seiner Gang im Stich gelassen und muss wegen Totschlags für 14 Jahre ins Gefängnis. Nach 2 Jahren muss Alex wegen erneutem Mord an einem neuen Häftling an einem Versuch teilnehmen. Die Methode, die dabei angewendet wird, heißt „Ludovico Methode“. Alex bekommt nun für die nächsten 14 Tage täglich eine Spritze, die ihn schwächt, wird dann an einem Stuhl festgeschnallt und seine Augen werden mittels einer Konstruktion dauerhaft offen gehalten. Er muss brutale Filme sehen, die er sonst amüsant oder sogar erregend finden würde. Jetzt aber bekommt er nur bei dem Gedanken an etwas brutales jedes Mal das Gefühl, er müsse sich übergeben und kann nicht mehr gewalttätig sein. Alex wird nach den 14 Tagen entlassen weil er nun als ungefährlich gilt. Nachdem ihn seine Eltern vorerst nicht wieder aufnehmen können, er von eines seiner Opfer und später noch von der Polizei fast totgeschlagen wird, nimmt ihn der Autor der „Uhrwerk-Orange“ auf. Er vertritt die Meinung, dass Alex kein richtiger Mensch mehr ist, denn er kann nicht mehr selbst bestimmen, ob er gut oder böse sein will. Alex soll genutzt werden, um auf die Regierung und deren Methoden aufmerksam zu machen. Als der Autor Alex’ ungewöhnlichen Slang wiedererkennt und daraus schließt, dass er damals einer der Einbrecher war, die seine Frau getötet haben, erzwingt er einen Selbstmordversuch, den Alex jedoch überlebt. Als er im Krankenhaus aufwacht, ist er wieder gewaltbereit. Er gründet eine neue Gang, doch mit der Zeit macht ihm die Gewalt keinen Spaß mehr. Als er sieht, dass sein alter Freund Pete geheiratet hat und ein normales Leben führt, verspürt auch Alex den Wunsch nach einer Familie. Er erkennt, dass seine Jugend zu Ende geht und er erwachsen geworden ist.
Herbert George Wells wurde am 21. September 1866 in einem im Südosten liegenden Stadtbezirk von London, in Bromley, Kent geboren. 1899 schrieb er das Buch „When the Sleeper Wakes“, welches 1906 mit dem Titel „Wenn der Schläfer erwacht“ ins Deutsche übersetzt wurde. H.G. Wells gilt als Pionier des Science-Fiction, seine bekanntesten Werke sind „Krieg der Welten“ oder „Die Zeitmaschine“. Der englische Schriftsteller, der auch Historiker und Soziologe war, verstarb am 13. August 1946 in London.
Ende des 19. Jahrhunderts fällt der Protagonist Graham durch einen Unfall in eine Art Koma. Erst 203 Jahre später erwacht er wieder. Von dem viktorianischen England, das er kannte, ist nichts übrig geblieben. In der Zeit seines langen Schlafes ist er zum reichsten und mächtigsten Mann der Welt geworden. Dem jungen Briten gehört mehr als die Hälfte der Welt durch Erbschaft, Spekulation von Vermögensverwaltung und Kapitalerträgen, kurz Dank der geschickten Investitionen seiner geschäftlichen Stellvertreter. Im 22. Jahrhundert ist Reichtum der Schlüssel zur Macht. Im Laufe des langen Schlafes scheint eine Art Mythos um den „Schläfer“ entstanden zu sein und hat ihm zu einem gottgleichen Status verholfen. Dementsprechend sorgt sein Erwachen sowohl bei dem Volk als auch bei den Mächtigen, den Oligarchen, für große Unruhe. Während der in Grahams Namen regierende Rat sich des unerwartet Erwachten möglichst schnell entledigen will, versucht der Oligarch Ostrog ihn für seine Zwecke zu manipulieren, um selbst die Weltherrschaft nur an sich zu reißen. Sein Erwachen gefährdet den Machtanspruch seiner Verwalter. Aus diesem Grund wird er unter Verschluss gehalten und bekommt keinerlei Informationen zu der derzeitigen Situation – bis er von Aufständischen befreit wird. Nach dem Abwehren zahlreicher Feinde, Verrat und Intrige, Flucht und Verfolgungsjagden erfährt Graham mehr über seine Rolle und Position. Durch die Besitzverteilung ist eine extrem gespaltene Gesellschaft entstanden. Arbeiter müssen durch Schuldverhältnisse in sklavenähnlichen Verhältnissen gefährliche, ungesunde oder eintönige Arbeit verrichten. Graham wird zum Spielball der Interessengruppen. Der junge Brite, der im 19. Jahrhundert selbst ein sozialistischer Revolutionär war, stellt sich auf die Seite der unterprivilegierten Arbeiter. Er setzt sich für die soziale Gerechtigkeit ein und gegen die Oligarchi und deren Günstlinge.
Die Republik des Südkreuzes. Bericht aus einer Sondernummer des „Nordeuropäischen Abendblattes“
ist eine 1905 veröffentlichte Kurzgeschichte von Valerij Brjusov. Wie der Titel erahnen lässt, ist die Geschichte dem Stil eines Zeitungsartikels nachempfunden. Thema ist die Katastrophe, die der Republik des Südkreuzes den Untergang bescherte. Zunächst wird aber erläutert, worum es sich bei besagter Republik überhaupt handelt. Die Republik des Südkreuzes ist ein neuer, unabhängiger Staat, der aus einem Stahlwerktrust in der Antarktis entstand. „Die Verfassung der Republik stellte, ihren äußeren Merkmalen nach, die Verwirklichung der Volksmacht in höchstem Grade dar. Als vollberechtigte Bürger galten nur Arbeiter der metallurgischen Betriebe, die rund sechzig Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten. Diese Betriebe waren Staatseigentum [...] Die tägliche Arbeitszeit war auf ein Minimum beschränkt. Die Sorge um Erziehung und Ausbildung der Kinder, um medizinische und juristische Betreuung, um die Religionsausübung der verschiedenen Konfessionen lag in den Händen des Staates. Da den Arbeitern der staatlichen Betriebe die Befriedigung aller ihrer Bedürfnisse und sogar ihrer persönlichen Wünsche und Launen weitestgehend gewährleistet wurde, erhielten sie keinerlei finanzielle Vergütung; doch die Familien derjenigen Bürger, die zwanzig Jahre in einem Betrieb gearbeitet hatten, die verstorben waren oder während ihres Berufslebens ihre Arbeitsfähigkeit eingebüst hatten, erhielten eine hohe lebenslange Rente, vorausgesetzt, dass sie die Republik nicht verließen. Aus den Reihen dieser Arbeiter wurden durch allgemeine Wahlen die Abgeordneten der gesetzgebenden Kammer der Republik gewählt, die für alle Fragen des politischen Lebens des Landes zuständig, jedoch nicht befugt war, seine grundlegenden Gesetze zu ändern.“ Die wahre Macht lag allerdings bei den Fabrikdirektoren, die in Form eines Rates innere und äußere Angelegenheiten der Republik maßgebend beeinflussten. Hinter der kommunistischen Fassade offenbaren sich deutliche totalitäre Wesenszüge der Republik, wie eine strenge Reglemtierung des gesamten Lebens (Ausgangssperre, Uniformierung, Vereinheitlichung von Besitz), Zensur und sogar politischer Mord. Letzterer ist aber in der Regel überflüssig, da das gesamte Land von der Großzügigkeit der Diktatur derart überzeugt war, dass es nie zu ernsten Aufständen kam. Die Republik hätte also durchaus ohne Probleme die Zeit überdauern können, wäre nicht eine Epidemie über das Land hereingebrochen, die sich darin äußert, dass die Erkrankten das Gegenteil von dem tun, was sie eigentlich wollen. Während die ersten Fälle der „Widerspruchskrankheit“ oder „Mania contradicens“ einen recht komödiantischen Charakter tragen (ein U-Bahn-Schaffner, der, anstatt Geld von den Passagieren zu kassieren, ihnen welches auszahlt), zeigt sich bald die Tragik der Seuche (Kindergärtnerinnen, die Kindern die Kehle durchschneiden). Im Weiteren schildert der Bericht detailgetreu, von gigantischen Flüchtlingswellen bis zur vollständigen Anarchie, die Phasen, die schließlich zur Vernichtung der Republik führten. Er endet damit, dass nun nach der Katastrophe ehemalige Einwohner und sogar Touristen in die Republik zurückkehren und bereits wieder erste Hotels in der zerstörten Stadt geöffnet haben.
"Der Schatten" ist ein Märchen von Hans Christian Andersen. Es wurde 1847 veröffentlicht.
Kaum ein Märchen von Anderson ist so düster und abgründig. "Der Schatten" ist trotz der vorhandenen Märchenmotive eine dystopische Erzählung.
Inhalt: Ein Gelehrter lebt eine zeitlang in warmen Ländern, wo er die Sonne stehts meidet. Die starke Wärme setzt ihm zu - er wird sehr dünn und selbst sein Schatten scheint dünner und blasser zu werden. Erst am Abend wird das Klima erträglich und der Mann wagt sich raus. Eines Abends beobachtet er auf einer anderen Terasse das Spiel seines eigenen Schattens.
Was den Mann erst amüsiert, wird bald zur unheimlichen Realität. Sein Schatten löst sich von ihm und beginnt ein Eigenleben. Er wird immer kräftiger und der Gelehrte immer schwächer. Glücklicherweise wächst in den warmen Ländern alles schnell, und so wächst dem Mann ein neuer Schatten, sodass ihm der Verlust des früheren nicht mehr so bedeutend erscheint. Nach einiger Zeit kehrt er in seine kühlere Heimat zurück.
Zu Hause schreibt er Bücher - es vergehen viele Jahre. Eines Tages kommt sein früherer Schatten zu Besuch. Dem Schatten ist es offenbar besser ergangen als dem Mann. Der Schatten ist wohlhabend und selbstbewusst.
Ein Jahr später kommt der ehemalige Schatten nochmal zu Besuch. Das Bücher des Mannes stoßen immernoch bei niemanden auf Gehör. Der Schatten ist noch reicher geworden. Er will heiraten. Der Mann verreist mit seinem früheren Schatten auf dessen Kosten. Dort angekommen ist der Schatten ein vielbeachteter Mann und der Mann dessen Schatten.
Am Reiseziel erholt sich eine Königstochter, die den Schatten heiraten möchte. Besonders beeindruckt ist sie von dem klugen Schatten den der junge Mann hat. Er selbst redet ihr ein, dass sein Schatten (also der Gelehrte) sich selbst für einen Menschen hält. Der Schatten bietet dem Gelehrten an ihn gegen Bezahlung nach der Hochzeit ins Schloß zu folgen. Allerdings soll sich der Mann unter der Bedingung als sein Schatten anreden lassen und ihm auf Wunsch zu Füßen liegen...Der Gelehrte erlebt die königliche Hochzeit seines Schattens nicht mehr.
Roman von Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe aus dem Jahre 1990
Passend zum aktuellen Geschehen siedelt sich die Geschichte in einer Welt an, um die es im naher Zukunft schlecht bestellt ist: Umweltdesaster, AKW-Störfälle und Weltkriege haben den Planeten Erde fast zerstört. Die Ressourcen neigen sich dem Ende und die Regierungen aus aller Welt schmieden einen Plan für den GROSSEN AUFBRUCH. Eine Elitegruppe von einer Millionen Menschen erhält die Aufgabe ein neues Leben auf dem Mars zu beginnen, während der Rest der Menschheit als zweitklassige Durchschnittsbürger auf dem ausgebeuteten Heimatplaneten zurückgelassen wird. Die Auserwählten entschwinden in einer gigantischen Weltraumflotte ins ferne All und den Menschen auf der Erde bleibt nichts anderes übrig als mit den Seuchen, AIDS-Epidemien, neuen Krebsarten und Katastrophen so gut wie nur möglich fertig zu werden. Die Hauptprotagonistin, die junge Ritchan lebt mit ihrer Großmutter in Armut im verseuchten Japan als sie eines Tages miterlebt wie die auserwählte Besatzung zehn Jahre später zur Erde zurückkehrt. Die Auserwählten, auf dem Mars mit dem Neuanfang gescheitert, sind überraschst, dass die Menschen auf der Erde überlebt und mit den Wiederaufbau begonnen haben. Der Konflikt zwischen beiden Seiten ist vorprogrammiert. Während die Zurückgekehrten dabei sind ihre Machtposition gewaltsam wiederherzustellen, lernt Richtan den Auserwählten Sakuchan kennen. Sie erzählen sich gegenseitig über ihr vergangenes Leben auf den Planeten und philosophieren über die Zukunft und über britische Poesie von Yeats. Die Besinnung auf Natur und Ursprünglichkeit wird ihnen immer deutlicher als sie nach allerhand Regelverstoßen Unterschlupf in einer Kommune auf einer Farm suchen. Der utopische Microkosmos dort gibt Ritchan neue Lebensfreude und Kraft. Die Aussichten für die Zukunft der Erde bleiben bis zu Ende düster:Die Auserwählten unterdrücken den Rest der Bevölkerung und regieren den Planeten erneut,die Seuchen nehmen nicht ab. Trotzdem schöpft Ritchan Hoffnung aus ihrem familiären Zusammenhalt und einem gemeinsamen Baby mit Sakuchan.
„Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. 1953 erstmals veröffentlicht
Der Feuerwehrmann Guy Montag lebt in einer Gesellschaft, in der selbständiges Denken als gefährlich gilt. Da Bücher selbstständiges Denken fördern würden, werden sie noch in den Häusern der Besitzer verbrannt. Diese Aufgabe übernimmt die Feuerwehr, die die Brände in den feuerfesten Häusern legt anstatt sie zu löschen. Die Zahl 451, die auch auf den Helmen der Feuerwehrleute steht, ist die Temperatur, bei der sich Papier entzündet (232° C).
Die Menschen werden von der Regierung ununterbrochen unterhalten mit sinnlosen Fernsehprogrammen, die auf riesigen Videoleinwänden im Wohnzimmer laufen, mit Freizeitparks und Radiosendern, die man sich dauerhaft ins Ohr stecken kann, auch im Schlaf. Doch schlafen können die Menschen nur noch mit Hilfe von Schlafmitteln, die regelmäßig unkontrolliert in Überdosen genommen werden.
Auch Montags Frau, die mit ihrer Fernsehfamilie und Autofahren bei 180 km/h vorbei an den 70 Meter langen Reklametafeln jeden Tag verbringt, muss die Überdosis aus dem Magen gepumpt werden. Dieses Ereignis und die Begegnung mit einem „unangepassten“ Mädchen, welches ihm die Schönheit der Natur, des Innehaltens und Unterhaltens wieder nahe bringt, machen Montag nachdenklich. Er fängt an die Bücher, die er heimlich vor den Verbrennungen gerettet hatte, zu lesen. Seine Frau zeigt ihn jedoch an und nun muss er selbst sein Haus anzünden und vor dem mechanischen Hund fliehen, bevor dieser ihm die tödliche Dosis injizieren kann. Daraus wird ein mediales Großereignis, übertragen auf allen Videoleinwänden in allen Wohnzimmern, welches die herankommenden Düsenbomber, die den Krieg schnell erledigen sollen, völlig vergessen lässt.
Montag kann sich zu den Gelehrten retten, die die Bücher in ihren Köpfen aufbewahren und sieht von der anderen Seite des Flusses der kompletten Zerstörung seiner Stadt zu.
Ich werd auch etwas von Bradbury nehmen und zwar die Mars-Chroniken von 1950.
Das Buch besteht aus romanhaft zusammengefügten Kurzgeschichten, die nicht aufeinander aufbauen, wohl aber von der gleichen Geschichte erzählen: der fiktiven Kolonisierung des Mars. Die Geschichten sind chronologisch geordnet und finden zwischen den Jahren 1999 und 2026 statt. Sie erzählen vom Scheitern der ersten Expeditionen, von der Landnahme, der rasanten Entwicklung der Kolonie und vom Wiederverlassen des Planeten; zwar auch vom Verständnis – vor allem aber vom Unverständnis gegenüber einer fremden Kultur. Bradbury geht es dabei nicht wirklich um den Mars und Science Fiction, viel mehr um den Eingriff der Menschen in Systeme, die auch ohne ihn schon Ewigkeiten extistiert haben, vom Aufeinandertreffen zweier Kulturen, die sich zwar fremd, aber nicht unähnlich sind und der Missachtung bestehender Kulturen und ihrer Lebensweise. Die Marsianer scheinen hierbei eher Spiegelbild der Menschen, als eine gänzlich andere Spezies zu sein. So sind die Mars-Chroniken vor allem eben eine Chronik des Menschen mit seinen Stärken und Schwächen, verfremdet und metaphorisch in einer anderen Welt dargestellt. Hauptcharaktere gibt es also nur von Geschichte zu Geschichte. Beispiele wären zum Beispiel Ylla, 1999, die durch telepathische Fähigkeiten die Ankunft der Erdbewohner spürt, weswegen ihr Mann Yll diese aus Eifersucht tötet. Oder der Erdbewohner und Archäologe Jeff Spender, der 2001 mit der dritten Besatzung auf den Mars ankommt und fürchtet, dass die Erdbevölkerung den Mars erobert und sich dabei wie bei der Kolonisierung Amerikas anstellt und die Menschheit alle Probleme mit sich bringen wird. Da sich die Besatzung wie Barbaren verhält, versucht er, alle zu töten, um die Kolonisierung des Mars noch einige Jahre/Jahrzehnte hinaus zu zögern, wird allerdings selbst erschossen. Oder William Stendahl (2004), der ein Fan der fantastischen Literatur ist, die auf der Erde seit 1975 verboten ist. Er lässt sich auf dem Mars ein Spukschloss bauen, um seine Träume auszuleben. Doch er wartet nur auf die Behördenvertreter, die das Schloss wieder einreißen werden. Während eines Maskenballs kommen alle Gegner der Meinungsfreiheit, Zensoren und Bücherverbrenner sowie der Behördenvertreter um. Das Schloss fällt daraufhin zusammen. (Das Bücherverbrennen ist ein Verweis auf Ray Bradbruys Roman Fahrenheit 451).
Der Zeitreisende (im Verlauf auch nicht weiter benannt) erläutert im einem kleinen Kreise intellektueller Gäste zunächst sehr anschaulich das wissenschaftliche Fundament auf dem seine Erfindung beruht und demonstriert seine Funktionsweise anhand eines Modells. Zum nächsten vereinbarten Treffen verspätet er sich erheblich und macht den Eindruck eines ausgehungerten Vagabunden. Er behauptet an diesem Nachmittag die Zeitmaschine zum ersten mal ausprobiert und 8 Tage in der Zukunft verbracht zu haben. Im Verlauf schildert er die Erlebnisse seiner Reise:
Der Zeitreisende geriet nach einer wilden Irrfahrt in das Jahr 802701 und findet sich in einer Art heruntergekommenen Paradies wieder, in dem kleine, hübsche, menschenähnliche Wesen (die Eloi) leben. Schnell bemerkte er jedoch ihren unfassbaren Mangel an Interesse in jeglicher Hinsicht. Die Eloi leben sorglos, sind naiv und unreflektiert, kommunizieren durch eine rudimentäre Sprache und scheinen nichts wirklich sinnvolles zu tun. Lange bleibt die Versorgung der Elois für den Zeitreisenden ein Rätsel, da niemand arbeitet.
In der folgenden Nacht verschwindet die Zeitmaschine. Der Zeitreisende vermutet die Elois hinter dem Verschwinden, doch die mangelnde körperliche sowie geistige Stärke der kleinen sprechen dagegen. Er unternimmt eine Wanderung und entdeckt neben teils noch bewohnten Ruinen in regelmäßigen Abständen brunnenartige Schächte, die tief in das Erdreich führen, ebenso wie Türme, aus denen warme Luft entweicht. Es sind Hinweise auf ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Auf dem Rückweg rettet er eine ertrinkende Eloi (Weena) und es entsteht eine Art "Freundschaft". Bei einer weiteren Exkursion sichtet er zum erstem Mal einen Molocken, ein weißes affenartiges Wesen, dass in der Dunkelheit lebt. Es flieht in einen "Brunnen-Schacht". Da die Elois auf Fragen bezüglich der Molocken lediglich mit Empörung reagieren, steigt der Zeitreisende in einen Schacht hinab und entdeckt dabei die riesigen Maschinen, die den Elois das Leben an der Oberfläche ermöglichen und sie versorgen. Er kann nur knapp wieder entkommen. Die Erkenntnis, dass die Eloi das domestizierte Vieh der Molocken sind, wächst in ihm an.
Aus Angst vor dem Neumond, die dunkelste Nacht, in der die Molocken vermehrt auf Jagt gehen, flieht er mit Weena in Richtung einer kolossalen Ruine, die sich als verfallenes Museum entpuppt. Auf dem Rückweg kommt er zu einigen Angriffen durch Molocken und der Zeitreisende verursacht versehentlich oder schon durch Erschöpfung dem Wahnsinn verfallen einen Waldbrand um ihre Flucht durch decken. Allerdings läuft alles schief und Weena verschwindet in dieser Nacht während der Zeitreisende wieder nur knapp entkommen kann. Als er in die Siedlung zurückkehrt sind die Türen des Piedestal der Statue geöffnet, seine Zeitmaschine befindet sich darin. Als er sie besteigt schließen sich die Türen und die Molocken greifen nach ihm. Und wieder entkommt er in letzter Sekunde.
Anstatt zurück reist er jedoch versehentlich weiter in die Zukunft und erreicht ein apokalyptisches Zeitalter. Die stillstehende Erde ist ein trister Ort im ewigen Zwielicht, der sich stetig ausdehnenden Sonne, die nur noch von krebsartigen Lebewesen bewohnt wird. In 100- bis 1000-Jahr-Schritten reist er weiter. Zuletzt wohnt er einer Sonnenfinsternis bei und beobachtet ein ballförmiges torkelndes Lebewesen mit einer Vielzahl von Fangarmen.
Nachdem er zurückgekehrt ist startet der Zeitreisende eine zweite Reise, diesmal mit einem Fotoapparat bewaffnet, von der er allerdings nie zurückkehrt.
"Ein Freund der Erde" (2000, Originaltitel A Friend of the Earth) von T. Coraghessan Boyle
Das Buch spielt größtenteils im Jahr 2025, in dem die Erde nur noch ein von Natur- und Klimakatastrophen geplagtes Häufchen Elend ist, aber auch zum Teil in der Vergangenheit des, mittlerweile ehemaligen, radikalen Ökoaktivisten Tyrone O'Shaughnessy Tierwater.
Dieser ist Protagonist des Buches und lebt im Jahre 2025 als frustrierter 75-Jähriger irgendwo im aufgeweichten da von Dauerregen geplagten Kalifornien und arbeitet als Mädchen für alles im Privatzoo eines senilen Popstars. Dieser Sänger, mit Namen Maclovio Pulchris, hält auf seinem Grundstück vom Aussterben bedrohte Tiere, unter anderem eine Schabrackenhyäne, Warzenschweine und einen Patagonischen Fuchs, welche zu den letzten ihrer Art gehören.
Generell ist es schlecht um die Welt gestellt, sommerliche extreme Dürreperioden werden im Winter von dauerwährenden Superorkanen und sintflutartigen Regenfällen abgelöst, einziges Nahrungsmittel scheint zwecks mangelnder Anbauflächen Reis zu sein. Dementsprechend flüchtet die Menschheit in ihre bunkerartige Behausung (Glück dem, der so etwas überhaupt sein eigen nennen kann) und spült die Sorgen mit ordentlich Sake runter. Doch Menschen gibt es all dem zu Trotz reichlich, denn die Wissenschaft hat einen Weg gefunden, um die durchschnittliche Lebenserwartung auf über 100 Jahre zu peitschen und allein in Kalifornien seichen über 61 Millionen Menschen vor sich hin.
Inmitten dieser biologischen Einfalt wird Ty nun von seiner Ex-Frau Andrea kontaktiert und darum gebeten, gemeinsam mit einer ehemaligen Freundin namens April Winter an einer Biographie über Tys Tochter Sierra zu arbeiten. Sierra verstarb 2001 im Alter von 25 Jahren als Umweltmärtyrerin. Tyrone willigt widerwillig ein und Andrea und April ziehen daraufhin in Tys kleiner, undichter Hütte auf Maclovios Anwesen ein.
Doch die Situation auf der Erde verschlechtert sich zusehends und zudem verstirbt Maclovio Pulchris nach einem Angriff eines ausgebrochenen Löwens und Ty verliert seinen Job sowieso seine Behausung. Der Löwe wird von Pulchris' Erben erschossen und seine Spezies somit endgültig ausgelöscht.
Tyrone begibt sich zusammen mit Andrea zu einer Berghütte, die den beiden schon damals als Umweltaktivisten als Versteck gedient hat, und verbringt dort mit seiner neuen alten Liebe sowie dem Patagonischen Fuchs Petunia seinen Lebensabend, in der Hoffnung, dass vielleicht doch wieder alles gut werden kann...
Dieser Roman ist eine düstere Zukunftsvision einer kollektivistischen, mechanischen Zivilisation in einem totalitären "Einheitsstaat" wo die Bürger als uniformierte Nummern leben. Wo das Glück-"hundertprozentigen Glück" mathematisch für jeden vorgerechnet wurde und kein Platz für ein Individuum hat. Die ganze Stadt wird von einer grüne Wand/Mauer umzingelt und von Wächtern/Beschützern bewacht. Die Hauptfigur und Ich-Erzähler D-503 verliebt sich in laufe der Geschichte in I-330, wodurch seine mathematisch geordnete Welt durcheinander gerät.Damit beginnt das große Drama:-der Arzt stellt die Diagnose "Bildung eine Seele"; I-330 gehört zu der Opposition, die den Stadt stürzen wollen;- D-503 folgt I-330 und versucht ein Raumschiff-Projekt zu sabotieren, welches scheitert; die grüne Mauer wird gesprengt und der Aufstand der Opposition beginnt. Nach dem letzten treffen von den beiden, ist es nicht klar ob die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht oder sie D-503 ausgenutzt hat. Nach operativer Entfernung der Fantasie sieht D-503 ungerührt zu, wie die festgenommene I-330 in einem "Gas-Zimmer" gefoltert wird, um am nächsten Tag hingerichtet zu werden. Seine letzten Gedanken sind:"die Vernunft muss siegen".
Die Geschichte spielt im Jahre 632 nach Ford, dem Autohersteller (nach unserer Zeitrechnung das Jahr 2540). Nach dem Neun Jahres Krieg im Jahre 146 nach Ford, der einen wirtschaftlichen Kollaps nach sich zog, wurde eine Weltregierung gebildet nach dem Versuch, eine Konsumideologie zu schaffen. Eine friedliche Reformation in der nun durch ,moderne Zivilisation‘ der Mensch in 5 verschiedene Kasten in Brut- und Aufzuchtszentren geschaffen wird und somit von Beginn an Eigenschaften angeeignet bekommt, die seine vorbestimmte Rolle im Leben erfordert. Die Embryonen werden als Alphas, Betas, Gammas, Deltas oder Epsilons gezüchtet. Bei der ausschließlich die Alphas und Betas als Individuen geschaffen werden. Gammas, Deltas und Epsilons sind dagegen Klone, welchen gezielt schädliche Substanzen verabreicht werden um ihre Entwicklung und Intelligenz zu hemmen. Zudem wird Propaganda gegen die natürliche Fortpflanzung gemacht und sämtliche Museen, Denkmäler und alte Bücher werden abgeschafft und verboten. In der Zeit in der die Geschichte spielt, hat sich der Weltstaat fast vollständig über die Erde ausgebreitet und sich zu einer allgemein glücklichen stabilen Gesellschaft ohne Krankheiten und Unzufriedenheit entwickelt. Den Menschen wird eingeredet, sich in ihrer Kaste wohl zu fühlen und für die Gemeinschaft unverzichtbar zu sein, ebenso nur in der Gemeinschaft glücklich sein zu können. Ständig wechselnde sexuelle Kontakte zwischen den Menschen sollen ausschließlich dem Vergnügen dienen, Liebe und Leidenschaft könnten die Stabilität des Systems gefährden. Auch Bildung, die nur für die Gesellschaft von Nutzen ist, wird gefördert. Geschichte, kulturelle Überlieferungen aus der ,Alten Welt‘ sind verboten. Dafür gibt es Fühlkinos, indem anspruchslose Inhalte, auf Erotik und Action ausgelegt, physisch auf den Körper übertragen werden. „Und wenn wirklich einmal etwas schief geht, gibt es Soma.“ Eine Droge, die stimmungsaufhellend und anregend wirkt und somit jegliche Stimmungsschwankung und negative Stimmung aus dem Weg räumt. Eine Religion gibt es nicht, alle verehren den Autohersteller Henry Ford (Oh, Ford!). In einer Singhalle wird ein ,Gottesdienst‘ mit Singen und Tanzen veranstaltet der in einer Gruppensexorgie im Somarausch endet. Außerhalb der ,Zivilisation‘ in einem kleinen isolierten Reservat, leben sogenannte ,Wilde‘ auf traditionelle Weise in einer Stammeskultur nach natürlichen Lebensvorgängen.
Durch den Alpha-Mann Siegmund Marx, der die Erlaubnis erhält ein Reservat besuchen zu dürfen, gelangt der ,Wilde‘ Michel in die Zivilisation. Er wird dort von Siegmund Marx und seinen Freund Helmholtz Holmes-Watson (ebenfalls ein Alpha) betreut und lernt die Umstände der schönen neuen Welt kennen. Anfängliche Begeisterung wird zu Verstörung. Seine echt Liebe zu der Betafrau Lenina wird nicht erwieder. Sie ist nicht in der Lage eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen und er verachtet sie. Um die Menschen wachzurütteln, versucht er öffentlich eine Revolte anzustiften, doch diese wird durch Somadämpfe und Lautsprechermanipulation beendet. Siegmund, Helmholtz und Michel werden dem Weltaufsichtsrat für Westeuropa Mustafa Mannesmann vorgeführt. Siegmund und Helmholtz werden auf die Falkinseln (,Individualisteninsel‘) verbannt. Es kommt zu einer Diskussion zwischen Mustafa und Michel über die schöne neue Welt mit ihren Vor-und Nachteilen und die menschliche Freiheit. John merkt, dass er in dieser Welt nicht in Freiheit leben kann und sich nach den damit verbundenen Rechten sehnt. Er sucht sich einen verlassenen Leuchtturm, in dem er lebt. In seiner plötzlichen Einsamkeit vermisst er Lenina und bestraft sich durch Selbstgeiselung, ein Ritual aus dem Reservat. Dies wird bemerkt und heimlich von der Presse gefilmt. Schaulustige kommen herbei, unter ihnen auch Lenina. Als Sie ihn begrüßen will verliert er die Kontrolle und schlägt zornig auf sie ein. Die Schaulustigen missverstehen seine Handlung, motivieren ihn und fangen an zu singen, tanzen und und es kommt zu einer „Bußorgie“. Michel schlägt Lenina tot und schließt sich dem Rausch an.
Als Michel am nächsten Tag erwacht, wird ihm sein Verbrechen bewusst und in seinem Entsetzen erhängt er sich.
Im Roman finden sich die beiden Hauptfiguren, ein Vater mit seinem Sohn in einem verwüsteten und zerstörten postapokalyptischen Amerika wieder. Nach einer vom Autor nicht näher beschriebenen Katastrophe liegt das ganze Land in Schutt und Asche. Die Erde ist verbrannt und alles Leben auf ihr ausgestorben. Ein Revolver mit zwei Kugeln in der Trommel bildet ihre einzige Waffe zum Schutz. Nahrung ist ein seltenes Gut und so sind die Beiden ständig auf der Suche nach Nahrungsresten der alten „Hochkultur“. Dabei durchstöbern sie verlassene und verbrannte Häuser und Städte. Ihr weniges Hab und Gut verstaut in einem Einkaufswagen und geschützt durch eine Plane, schleppen sie sich über verschneite Berge und brennend heiße, durch Feuer aufgeweichte Teerstraßen gen Süden. Dabei schlengelt sich die Straße, wie ein roter Faden durch die Geschichte. Denn trotz aller Ereignisse kämpfen sie sich immer wieder zu ihr und somit zum Leben zurück.
In Rückblicken und inneren Monologen des Vaters bekommt man einen Einblick in das Leben vor der Katastrophe und erfährt mehr über die Mutter des Sohnes. Sie gebar ihren Sohn kurz nach den ersten Zeichen der Katastrophe. Kurz nach der Geburt beging sie jedoch Selbstmord, seitdem sieht sich der Vater in der Pflicht das noch vorhandene Familienleben aufrecht zu erhalten und ihre Lebensgeister vor dem erlöschen zu bewahren. Vom letzten Funken Hoffnung und der Bindung zueinander getragen, versuchen sie das Meer im Süden zu erreichen. In dem Glauben dort bessere Lebensbedingungen vorzufinden und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch ihr Überleben, so wird einem schnell bewusst, hängt an einem seidenen Faden. Umgeben von den letzten Überlebenden dieser Welt, gilt es sich gegen Kannibalen, die sich Kellerlager voller Menschen halten und Banden die das Land unter sich aufteilen so gut es geht zu verstecken und ihnen auszuweichen. Im Laufe der Geschichte werden sie jedoch von einer Bande Kannibalen entdeckt und gejagd. Dabei gerät der Junge in Fänge der Bande. Der Vater schaffte es nur, mit einem gezielten Schuss aus dem Revolver den Jungen wieder zu befreien.
Während ihrer Reise werden sie zudem immer wieder mit moralischen Zwickmühlen konfrontiert und es wird sichtbar, wie schwer es ist in einer so anarchischen Umgebung und Zeit die eigenen Werte zu verteidigen.
Nach monatelangen Strapazen und hungers Phasen erreichen sie endlich den Süden und das Meer und ihnen wird das unendliche Ausmaß der Katastrophe bewusst erneut bewusst. Denn die Küstenregion entspricht nicht ihren Vorstellungen. Am Strand werden sie im Laufe ihres Aufenthaltes ihrer Nahrungsvorräte bestohlen und der Vater von einem Bogenschützen angeschossen. Dies bildet auch das düstere verzweifelte Ende und er erliegt wenig später am Strand seinen Verletzungen. Der bleibt allein zurück. Nach einigen Tagen Trauer trifft der Junge auf eine Familie und schließt sich ihnen an. Als Zeichen seines Vertrauens überreicht er dem „neuen“ Vater den Revolver.
IM LAND DER LETZTEN DINGE ein Briefroman von Paul Auster
Anna Blume ist auf der Suche nach ihrem Bruder William. Sie begibt sich dazu in eine Stadt fern von allen Spuren einer vertrauten Wirklichkeit. Der einzige Anhaltspunkt ihren Bruder zu finden ist seine letzte Adresse und der Name seines Nachfolgers, Samuel Fair. In der unbekannten und namenlosen Stadt herrscht ein übles Ausmaß an Chaos und Verwüstung. Die Straße, das Gebäude, indem ihr Bruder arbeitete existiert nicht mehr und jeder Weg, den Anna geht und verfolgt, verschwindet am nächsten Tag. Diese Geschehnisse schreibt sie an einen alten Freund. Sie schreibt z.B. über die sogenannten "Renner" und "Springer", deren einziges Ziel es ist sich selbst zu töten. Überall sieht man Menschen, die sich in Gruppen zu Tode rennen oder sich von Hochhäusern stürzen. Dies hat sich zu einem öffentlichen Ritual entwickelt. Leichen reihen sich an den Straßenrändern und die einzige Aufgabe, die sich die Verantwortlichen der Stadt bewusst sind, ist das entsorgen der Leichen. Jedoch werden die Leichen nicht beerdigt, sondern als Brennstoff zur städtischen Energieversorgung genutzt. Ein Großteil der Bürger sammelt als Hauptbeschäftigung Fäkalien, die zur Methangewinnung und Energieerzeugung verwendet werden. Viele sind obdachlos und um zu überleben, müssen sie plündern, stehlen und dabei erfinderisch sein. Selbst Anna zieht durch die Straßen und sucht als "Jägerin" nach ausschlachtbaren Materialien, womit sie sich in lebensgefährliche Situationen begibt. Zu ihrem Glück, rettet sie eines Tages Isabel auf der Straße das Leben, und kann bei Isabel wohnen. Von ihr lernt sie Tricks zu überleben. Doch Isabel ist schwerkrank und nachdem sie stirbt, wird Anna aus der Wohnung vertrieben. So lebt sie wieder auf der Straße und als sie auf der Flucht vor der Polizei in die Nationalbibliothek gerät, lernt sie dort Samuel Fair kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die nicht lange währt. Denn eines Tages als sie sich auf die Suche nach ein Paar Schuhen begibt, gerät sie in eine Menschenschlachterei. Auf der Flucht und schwer verletzt verliert sie nach einem Sturz das Bewusstsein und wacht im Woburn House, einem gemeinnützigen Krankenhaus auf und muss feststellen, das die Bibliothek abgebrannt ist. In dem Krankenhaus lernt sie Victoria kennen und hilft ihr bei der Erhaltung des Hauses... Ihren Bruder William konnte Anna jedoch nicht finden.
Der erste Mensch auf dem Mars, ein Chinese, erlebt eine Bruchlandung und verliert dabei seinen einzigen Kameraden. Er entdeckt ein Land, das von Katzenmenschen besiedelt ist, mit grauem Himmel und warmer, stickiger Luft. Dort lernt er die Sprache und findet Kontakt zu den Katzen. Bewaffnet mit Streichhölzern und einer Pistole ist er in Besitz der stärksten Waffen im Katzenreich und verschafft sich so Respekt und nicht nur Überlebenschance, sondern auch die Möglichkeit, Land und Bewohner kennenzulernen. In seinen Augen steht das Reich kurz vor dem Untergang: Jeder ist nur an Rauschblättern interessiert, deren Konsum die Atmung in der staubigen, warmen Atmosphäre leicht macht, wobei Übergenuss tödlich enden kann. Der Kaiser und Beamte kümmern sich nicht um das Volk. Bildung ist nur scheinbar vorhanden, das Volk lebt in Dreck und Armut. Das Land ist von ständigen Revolutionen erschüttert, die jedoch nichts außer Machtwechsel bringen - auch wenn Kämpfer für das Volk die Macht ergreifen, so wissen sie nicht, was sie tun sollen. In den Städten mit Häusern aus Lehm herrschen Gestank und Dreck, die Straßen sind uneben und ungepflegt. Die Katzen sind feige, hinterhältig, Versprechen halten wird als Schwäche gesehen und Diebstahl als Auslebung der Freiheit. Kriege werden hauptsächlich mit Nachbarländern geführt (und meistens verloren) und innerhalb des Landes um die Rauschblätterwälder. Insgesamt sind die Katzen geistig zu schwach und faul, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu ändern. Ihr undiszipliniertes, unorganisiertes Verhalten wird ihnen zum Verhängnis. Der Chinese beobachtet ihr Leben, versucht sich einzumischen und zu helfen. Er verliert jedoch am Ende bei der letzten Schlacht gegen ein Nachbarland seine einzigen Freunde und muss zusehen, wie das Volk in dem Kampf untergeht.
Dieser Geschichte ist eine Kritik an der Opiumsucht im alten China und wurde 1932 zum ersten Mal veröffentlicht.
Großes Solo für Anton
AntwortenLöschenVon Herbert Rosendorfer, erstmals 1976 erschienen
Anton L.(L. wird durch die unangemessene Länge seines Nachnamens, der aber mit L beginnt erklärt) ist im wahrsten Sinne ein Einzelgänger.
Vor der Entmaterialisierung der Menschen liegt das vor allem an seinen merkwürdigen Angewohnheiten. Seine Körperhygiene betreibt er im Quartal: Ein halbes Jahr gar nicht, dann sehr intensiv. Als intensiv könnte man daher auch seinen Körpergeruch bezeichnen. Eingebildet krank wird er auch im Quartal: Er leidet an einer chronischen Sonnengeflechtsschwellung. Seinen Alkoholkonsum durchlebt er ebenfalls im Quartal, aber das sei nur nebenbei erwähnt. Diese „Struktur“ steht jedoch nicht seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein und seinem Egoismus nicht im geringsten im Wege. So erschüttert ihn der Fakt, dass er plötzlich allein in der Stadt, wie es scheint in der gesamten Welt, ist , nicht sonderlich. Die einzige Spur von menschlichem Dasein sind die getragenen Kleider, die wie Leichen an Ort und Stelle liegen, wo ihr Besitzer sie zuletzt ausgefüllt hat. Zunächst in Erinnerungen schwelgend wird ihm schnell die Tatsache bewusst, dass nun alles ihm gehört. Zunächst bezieht er eine Luxussuite, dann die kurfürstliche Residenz. Bald darauf ernennt er sich zum Papst und schließlich stellt sich herraus, dass es sich bei Anton L. um Gott handelt. Diese Erkenntnis ist zur Ausnahme nicht allein Anton L.s Idee. In der Hofwachszieherei, in der sich Anton L. mit Kerzen bereichert, findet er einen Brief, der seine Neugierde weckt. Nach seiner Recherche und der Hilfe seines Bekannten, die Blechstatue des Kurfürsten, stößt er auf ein Buch. Das Buch. Das Buch, das alle Geheimnisse der Welt erklärt, in 26 Kapiteln. Die Menschen hatten den Glauben und der Letzte das Wissen, bis auch dieser sich auflöst.
"Farm der Tiere-Ein Märchen"
AntwortenLöschenVon George Orwell, Erstausgabe erschienen 1945
Getragen von den Freiheitsidealen eines alten Keilers und fest entschlossen ihr leidliches Dasein abzulegen, erheben sich die geknechteten Tiere gegen die herrschenden Menschen und vertreiben sie von ihrer Farm.
Infolgedessen werden die Revolutionsideale von den Schweinen, den klügsten Tieren der Farm, zu einer allgemeingeltenden Doktrin ausgearbeitet. Den Kern dieser Doktrin bilden dabei der Gedanke der Gleichheit aller Farmtiere und die Verachtung des menschlichen Verhaltes.
Schon bald beginnt die von Menschen befreite Farm, dank dem unerschöpflichen Enthusiasmus der Tiere, zu gedeihen. Mit großer Aufopferung und mit vereinten Kräften arbeiten fast alle an ihrem Traum von einem besseren Morgen und vertrauen die Organisation der Farm den schlauen Schweinen an.
Diese nutzen jedoch die ungebildet Masse als Machtstütze aus und beginnen nach und nach die erkämpften Freiheiten durch gezielte Propaganda, Geschichtsfälschung und Ängstigung einzuschränken. Währenddessen stellen sie sich als die privilegierte Schicht dar und beseitigen in ihrem Machtwahn die innere Opposition mithilfe eines Terrorappartes. Damit gelingt es ihnen jede erdenkliche Infragesetzung ihrer Politik im Keim zu ersticken.
Während sie selbst beinahe ein menschenähnliches Leben führen, zwingen sie die anderen Tiere immer größere Opfer zu bringen. Letztendlich verraten sie alle ihre alten Ideale, indem sie aufrechtlaufen, wirtschaftliche Beziehungen zu den Menschen pflegen und sich selbst als Herren der Farm betrachten.
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AntwortenLöschenAutofab (Originaltitel: Autofac)
AntwortenLöschen..ist eine kurze Erzählung von Philip K. Dick aus dem Jahre 1955.
Autofab beginnt da wo viele Endzeitgeschichten enden: Der 5 Jahre andauernde Krieg ist vorüber, das Land ist verwüstet und die Amerikaner kommen aus ihren Bunkern um neu anzufangen. Um den Neuanfang zu erleichtern entwickelten findige Wissenschaftler vor dem Krieg die so genannten Autofab's - automatische Fabriken. Diese gibt es überall in den Staaten. Sie produzieren für die Bürger von Morgen alle nur erdenklichen Gebrauchsgüter, von der synthetischen Milch bis hin zum Rasenmäher. Jedoch kennen sie bezüglich des Verbrauchs kein Maß und produzieren an einem realen Bedarf vorbei. Aber die Menschen wollen den Wiederaufbau in ihre eigenen Hände nehmen. Sie wollen selber anpacken und produzieren, wollen die Maschinen übernehmen und die aufgezwungene "Hilfe" der automatischen Fabriken stürzen.
Den Bewohnern einer kleinen, aus automatisch gefertigten Plastikreihenhäusern bestehenden Siedlung, gelingt es zwar Kontakt mit der nahe gelegenen Fabrik aufzunehmen, jedoch lassen die logisch denkenden Maschinen nicht mit sich verhandeln. O’Neil, einen aus einer entfernten Siedlung angeheuerten Experten für diese Fabriken, gelingt es mit einem Trick zwei aufeinander zu hetzen. Sie platzieren einen Köder aus dem seltenen Metall Wolfram, genau zwischen zwei Fabriken, die sich darum garantiert streiten müssen. Ab hier geraten die Fabriken völlig außer Kontrolle, suchen sich Verbündete Fabriken und bekriegen sich mit ganzen Heerscharen von Robotern. Es beginnt ein technisches Wettrüsten. Der Mensch hat nun seine Freiheit wieder und führt wieder ein Dasein fern von allen Autofab-Annehmlichkeiten, aber zu welchem Preis? Denn die Nanomaschinen denken gar nicht daran zu kapitulieren und lassen sich immer ausgefeiltere Strategien einfallen um zu „überleben“ und neue Orte zu besiedeln.
The Clockwork Orange oder Die Uhrwerk-Orange. Der Roman aus dem Jahr 1962 von Anthony Burgess spielt in der Zukunft in London. Protagonist ist der 15 jährige Alex.
AntwortenLöschenAlex und seine drei „Droogs“ Dim, Pete und Georgie trinken jeden Abend in der Korova Milchbar Milch mit Schuss. Danach suchen sie sich auf offener Straße ihre Opfer oder brechen in Häuser ein um sie zusammenzuschlagen und auszurauben. Mit Frauen spielen sie ihr „raus-rein“ Spiel.
Als sie in das Haus des Autors der „Uhrwerk-Orange“ eindringen, ihn zusammenschlagen und dessen Frau vergewaltigen, wissen sie noch nicht, was das später noch für Folgen mit sich ziehen wird.
Eines Tages jedoch wird Alex nach einem Einbruch von seiner Gang im Stich gelassen und muss wegen Totschlags für 14 Jahre ins Gefängnis. Nach 2 Jahren muss Alex wegen erneutem Mord an einem neuen Häftling an einem Versuch teilnehmen. Die Methode, die dabei angewendet wird, heißt „Ludovico Methode“.
Alex bekommt nun für die nächsten 14 Tage täglich eine Spritze, die ihn schwächt, wird dann an einem Stuhl festgeschnallt und seine Augen werden mittels einer Konstruktion dauerhaft offen gehalten. Er muss brutale Filme sehen, die er sonst amüsant oder sogar erregend finden würde. Jetzt aber bekommt er nur bei dem Gedanken an etwas brutales jedes Mal das Gefühl, er müsse sich übergeben und kann nicht mehr gewalttätig sein.
Alex wird nach den 14 Tagen entlassen weil er nun als ungefährlich gilt.
Nachdem ihn seine Eltern vorerst nicht wieder aufnehmen können, er von eines seiner Opfer und später noch von der Polizei fast totgeschlagen wird, nimmt ihn der Autor der „Uhrwerk-Orange“ auf. Er vertritt die Meinung, dass Alex kein richtiger Mensch mehr ist, denn er kann nicht mehr selbst bestimmen, ob er gut oder böse sein will. Alex soll genutzt werden, um auf die Regierung und deren Methoden aufmerksam zu machen.
Als der Autor Alex’ ungewöhnlichen Slang wiedererkennt und daraus schließt, dass er damals einer der Einbrecher war, die seine Frau getötet haben, erzwingt er einen Selbstmordversuch, den Alex jedoch überlebt. Als er im Krankenhaus aufwacht, ist er wieder gewaltbereit.
Er gründet eine neue Gang, doch mit der Zeit macht ihm die Gewalt keinen Spaß mehr. Als er sieht, dass sein alter Freund Pete geheiratet hat und ein normales Leben führt, verspürt auch Alex den Wunsch nach einer Familie. Er erkennt, dass seine Jugend zu Ende geht und er erwachsen geworden ist.
Wenn der Schläfer erwacht
AntwortenLöschenvon H.G. Wells
Herbert George Wells wurde am 21. September 1866 in einem im Südosten liegenden Stadtbezirk von London, in Bromley, Kent geboren. 1899 schrieb er das Buch „When the Sleeper Wakes“, welches 1906 mit dem Titel „Wenn der Schläfer erwacht“ ins Deutsche übersetzt wurde. H.G. Wells gilt als Pionier des Science-Fiction, seine bekanntesten Werke sind „Krieg der Welten“ oder „Die Zeitmaschine“. Der englische Schriftsteller, der auch Historiker und Soziologe war, verstarb am 13. August 1946 in London.
Ende des 19. Jahrhunderts fällt der Protagonist Graham durch einen Unfall in eine Art Koma. Erst 203 Jahre später erwacht er wieder. Von dem viktorianischen England, das er kannte, ist nichts übrig geblieben. In der Zeit seines langen Schlafes ist er zum reichsten und mächtigsten Mann der Welt geworden. Dem jungen Briten gehört mehr als die Hälfte der Welt durch Erbschaft, Spekulation von Vermögensverwaltung und Kapitalerträgen, kurz Dank der geschickten Investitionen seiner geschäftlichen Stellvertreter. Im 22. Jahrhundert ist Reichtum der Schlüssel zur Macht. Im Laufe des langen Schlafes scheint eine Art Mythos um den „Schläfer“ entstanden zu sein und hat ihm zu einem gottgleichen Status verholfen. Dementsprechend sorgt sein Erwachen sowohl bei dem Volk als auch bei den Mächtigen, den Oligarchen, für große Unruhe. Während der in Grahams Namen regierende Rat sich des unerwartet Erwachten möglichst schnell entledigen will, versucht der Oligarch Ostrog ihn für seine Zwecke zu manipulieren, um selbst die Weltherrschaft nur an sich zu reißen. Sein Erwachen gefährdet den Machtanspruch seiner Verwalter. Aus diesem Grund wird er unter Verschluss gehalten und bekommt keinerlei Informationen zu der derzeitigen Situation – bis er von Aufständischen befreit wird. Nach dem Abwehren zahlreicher Feinde, Verrat und Intrige, Flucht und Verfolgungsjagden erfährt Graham mehr über seine Rolle und Position. Durch die Besitzverteilung ist eine extrem gespaltene Gesellschaft entstanden. Arbeiter müssen durch Schuldverhältnisse in sklavenähnlichen Verhältnissen gefährliche, ungesunde oder eintönige Arbeit verrichten. Graham wird zum Spielball der Interessengruppen. Der junge Brite, der im 19. Jahrhundert selbst ein sozialistischer Revolutionär war, stellt sich auf die Seite der unterprivilegierten Arbeiter. Er setzt sich für die soziale Gerechtigkeit ein und gegen die Oligarchi und deren Günstlinge.
Die Republik des Südkreuzes. Bericht aus einer Sondernummer des „Nordeuropäischen Abendblattes“
AntwortenLöschenist eine 1905 veröffentlichte Kurzgeschichte von Valerij Brjusov.
Wie der Titel erahnen lässt, ist die Geschichte dem Stil eines Zeitungsartikels nachempfunden. Thema ist die Katastrophe, die der Republik des Südkreuzes den Untergang bescherte.
Zunächst wird aber erläutert, worum es sich bei besagter Republik überhaupt handelt. Die Republik des Südkreuzes ist ein neuer, unabhängiger Staat, der aus einem Stahlwerktrust in der Antarktis entstand. „Die Verfassung der Republik stellte, ihren äußeren Merkmalen nach, die Verwirklichung der Volksmacht in höchstem Grade dar. Als vollberechtigte Bürger galten nur Arbeiter der metallurgischen Betriebe, die rund sechzig Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten. Diese Betriebe waren Staatseigentum [...] Die tägliche Arbeitszeit war auf ein Minimum beschränkt. Die Sorge um Erziehung und Ausbildung der Kinder, um medizinische und juristische Betreuung, um die Religionsausübung der verschiedenen Konfessionen lag in den Händen des Staates. Da den Arbeitern der staatlichen Betriebe die Befriedigung aller ihrer Bedürfnisse und sogar ihrer persönlichen Wünsche und Launen weitestgehend gewährleistet wurde, erhielten sie keinerlei finanzielle Vergütung; doch die Familien derjenigen Bürger, die zwanzig Jahre in einem Betrieb gearbeitet hatten, die verstorben waren oder während ihres Berufslebens ihre Arbeitsfähigkeit eingebüst hatten, erhielten eine hohe lebenslange Rente, vorausgesetzt, dass sie die Republik nicht verließen. Aus den Reihen dieser Arbeiter wurden durch allgemeine Wahlen die Abgeordneten der gesetzgebenden Kammer der Republik gewählt, die für alle Fragen des politischen Lebens des Landes zuständig, jedoch nicht befugt war, seine grundlegenden Gesetze zu ändern.“ Die wahre Macht lag allerdings bei den Fabrikdirektoren, die in Form eines Rates innere und äußere Angelegenheiten der Republik maßgebend beeinflussten. Hinter der kommunistischen Fassade offenbaren sich deutliche totalitäre Wesenszüge der Republik, wie eine strenge Reglemtierung des gesamten Lebens (Ausgangssperre, Uniformierung, Vereinheitlichung von Besitz), Zensur und sogar politischer Mord. Letzterer ist aber in der Regel überflüssig, da das gesamte Land von der Großzügigkeit der Diktatur derart überzeugt war, dass es nie zu ernsten Aufständen kam.
Die Republik hätte also durchaus ohne Probleme die Zeit überdauern können, wäre nicht eine Epidemie über das Land hereingebrochen, die sich darin äußert, dass die Erkrankten das Gegenteil von dem tun, was sie eigentlich wollen. Während die ersten Fälle der „Widerspruchskrankheit“ oder „Mania contradicens“ einen recht komödiantischen Charakter tragen (ein U-Bahn-Schaffner, der, anstatt Geld von den Passagieren zu kassieren, ihnen welches auszahlt), zeigt sich bald die Tragik der Seuche (Kindergärtnerinnen, die Kindern die Kehle durchschneiden). Im Weiteren schildert der Bericht detailgetreu, von gigantischen Flüchtlingswellen bis zur vollständigen Anarchie, die Phasen, die schließlich zur Vernichtung der Republik führten. Er endet damit, dass nun nach der Katastrophe ehemalige Einwohner und sogar Touristen in die Republik zurückkehren und bereits wieder erste Hotels in der zerstörten Stadt geöffnet haben.
"Der Schatten" ist ein Märchen von Hans Christian Andersen. Es wurde 1847 veröffentlicht.
AntwortenLöschenKaum ein Märchen von Anderson ist so düster und abgründig. "Der Schatten" ist trotz der vorhandenen Märchenmotive eine dystopische Erzählung.
Inhalt:
Ein Gelehrter lebt eine zeitlang in warmen Ländern, wo er die Sonne stehts meidet. Die starke Wärme setzt ihm zu - er wird sehr dünn und selbst sein Schatten scheint dünner und blasser zu werden. Erst am Abend wird das Klima erträglich und der Mann wagt sich raus. Eines Abends beobachtet er auf einer anderen Terasse das Spiel seines eigenen Schattens.
Was den Mann erst amüsiert, wird bald zur unheimlichen Realität. Sein Schatten löst sich von ihm und beginnt ein Eigenleben. Er wird immer kräftiger und der Gelehrte immer schwächer.
Glücklicherweise wächst in den warmen Ländern alles schnell, und so wächst dem Mann ein neuer Schatten, sodass ihm der Verlust des früheren nicht mehr so bedeutend erscheint. Nach einiger Zeit kehrt er in seine kühlere Heimat zurück.
Zu Hause schreibt er Bücher - es vergehen viele Jahre. Eines Tages kommt sein früherer Schatten zu Besuch. Dem Schatten ist es offenbar besser ergangen als dem Mann. Der Schatten ist wohlhabend und selbstbewusst.
Ein Jahr später kommt der ehemalige Schatten nochmal zu Besuch. Das Bücher des Mannes stoßen immernoch bei niemanden auf Gehör. Der Schatten ist noch reicher geworden. Er will heiraten. Der Mann verreist mit seinem früheren Schatten auf dessen Kosten. Dort angekommen ist der Schatten ein vielbeachteter Mann und der Mann dessen Schatten.
Am Reiseziel erholt sich eine Königstochter, die den Schatten heiraten möchte. Besonders beeindruckt ist sie von dem klugen Schatten den der junge Mann hat. Er selbst redet ihr ein, dass sein Schatten (also der Gelehrte) sich selbst für einen Menschen hält. Der Schatten bietet dem Gelehrten an ihn gegen Bezahlung nach der Hochzeit ins Schloß zu folgen. Allerdings soll sich der Mann unter der Bedingung als sein Schatten anreden lassen und ihm auf Wunsch zu Füßen liegen...Der Gelehrte erlebt die königliche Hochzeit seines Schattens nicht mehr.
„Therapiestation“
AntwortenLöschenRoman von Nobelpreisträger Kenzaburō Ōe aus dem Jahre 1990
Passend zum aktuellen Geschehen siedelt sich die Geschichte in einer Welt an, um die es im naher Zukunft schlecht bestellt ist:
Umweltdesaster, AKW-Störfälle und Weltkriege haben den Planeten Erde fast zerstört. Die Ressourcen neigen sich dem Ende und die Regierungen aus aller Welt schmieden einen Plan für den GROSSEN AUFBRUCH.
Eine Elitegruppe von einer Millionen Menschen erhält die Aufgabe ein neues Leben auf dem Mars zu beginnen, während der Rest der Menschheit als zweitklassige Durchschnittsbürger auf dem ausgebeuteten Heimatplaneten zurückgelassen wird.
Die Auserwählten entschwinden in einer gigantischen Weltraumflotte ins ferne All und den Menschen auf der Erde bleibt nichts anderes übrig als mit den Seuchen, AIDS-Epidemien, neuen Krebsarten und Katastrophen so gut wie nur möglich fertig zu werden.
Die Hauptprotagonistin, die junge Ritchan lebt mit ihrer Großmutter in Armut im verseuchten Japan als sie eines Tages miterlebt wie die auserwählte Besatzung zehn Jahre später zur Erde zurückkehrt.
Die Auserwählten, auf dem Mars mit dem Neuanfang gescheitert, sind überraschst, dass die Menschen auf der Erde überlebt und mit den Wiederaufbau begonnen haben. Der Konflikt zwischen beiden Seiten ist vorprogrammiert.
Während die Zurückgekehrten dabei sind ihre Machtposition gewaltsam wiederherzustellen, lernt Richtan den Auserwählten Sakuchan kennen.
Sie erzählen sich gegenseitig über ihr vergangenes Leben auf den Planeten und philosophieren über die Zukunft und über britische Poesie von Yeats. Die Besinnung auf Natur und Ursprünglichkeit wird ihnen immer deutlicher als sie nach allerhand Regelverstoßen Unterschlupf in einer Kommune auf einer Farm suchen. Der utopische Microkosmos dort gibt Ritchan neue Lebensfreude und Kraft.
Die Aussichten für die Zukunft der Erde bleiben bis zu Ende düster:Die Auserwählten unterdrücken den Rest der Bevölkerung und regieren den Planeten erneut,die Seuchen nehmen nicht ab. Trotzdem schöpft Ritchan Hoffnung aus ihrem familiären Zusammenhalt und einem gemeinsamen Baby mit Sakuchan.
„Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury. 1953 erstmals veröffentlicht
AntwortenLöschenDer Feuerwehrmann Guy Montag lebt in einer Gesellschaft, in der selbständiges Denken als gefährlich gilt. Da Bücher selbstständiges Denken fördern würden, werden sie noch in den Häusern der Besitzer verbrannt. Diese Aufgabe übernimmt die Feuerwehr, die die Brände in den feuerfesten Häusern legt anstatt sie zu löschen. Die Zahl 451, die auch auf den Helmen der Feuerwehrleute steht, ist die Temperatur, bei der sich Papier entzündet (232° C).
Die Menschen werden von der Regierung ununterbrochen unterhalten mit sinnlosen Fernsehprogrammen, die auf riesigen Videoleinwänden im Wohnzimmer laufen, mit Freizeitparks und Radiosendern, die man sich dauerhaft ins Ohr stecken kann, auch im Schlaf. Doch schlafen können die Menschen nur noch mit Hilfe von Schlafmitteln, die regelmäßig unkontrolliert in Überdosen genommen werden.
Auch Montags Frau, die mit ihrer Fernsehfamilie und Autofahren bei 180 km/h vorbei an den 70 Meter langen Reklametafeln jeden Tag verbringt, muss die Überdosis aus dem Magen gepumpt werden. Dieses Ereignis und die Begegnung mit einem „unangepassten“ Mädchen, welches ihm die Schönheit der Natur, des Innehaltens und Unterhaltens wieder nahe bringt, machen Montag nachdenklich. Er fängt an die Bücher, die er heimlich vor den Verbrennungen gerettet hatte, zu lesen. Seine Frau zeigt ihn jedoch an und nun muss er selbst sein Haus anzünden und vor dem mechanischen Hund fliehen, bevor dieser ihm die tödliche Dosis injizieren kann. Daraus wird ein mediales Großereignis, übertragen auf allen Videoleinwänden in allen Wohnzimmern, welches die herankommenden Düsenbomber, die den Krieg schnell erledigen sollen, völlig vergessen lässt.
Montag kann sich zu den Gelehrten retten, die die Bücher in ihren Köpfen aufbewahren und sieht von der anderen Seite des Flusses der kompletten Zerstörung seiner Stadt zu.
Ich werd auch etwas von Bradbury nehmen und zwar die Mars-Chroniken von 1950.
AntwortenLöschenDas Buch besteht aus romanhaft zusammengefügten Kurzgeschichten, die nicht aufeinander aufbauen, wohl aber von der gleichen Geschichte erzählen: der fiktiven Kolonisierung des Mars. Die Geschichten sind chronologisch geordnet und finden zwischen den Jahren 1999 und 2026 statt. Sie erzählen vom Scheitern der ersten Expeditionen, von der Landnahme, der rasanten Entwicklung der Kolonie und vom Wiederverlassen des Planeten; zwar auch vom Verständnis – vor allem aber vom Unverständnis gegenüber einer fremden Kultur.
Bradbury geht es dabei nicht wirklich um den Mars und Science Fiction, viel mehr um den Eingriff der Menschen in Systeme, die auch ohne ihn schon Ewigkeiten extistiert haben, vom Aufeinandertreffen zweier Kulturen, die sich zwar fremd, aber nicht unähnlich sind und der Missachtung bestehender Kulturen und ihrer Lebensweise.
Die Marsianer scheinen hierbei eher Spiegelbild der Menschen, als eine gänzlich andere Spezies zu sein.
So sind die Mars-Chroniken vor allem eben eine Chronik des Menschen mit seinen Stärken und Schwächen, verfremdet und metaphorisch in einer anderen Welt dargestellt.
Hauptcharaktere gibt es also nur von Geschichte zu Geschichte.
Beispiele wären zum Beispiel Ylla, 1999, die durch telepathische Fähigkeiten die Ankunft der Erdbewohner spürt, weswegen ihr Mann Yll diese aus Eifersucht tötet.
Oder der Erdbewohner und Archäologe Jeff Spender, der 2001 mit der dritten Besatzung auf den Mars ankommt und fürchtet, dass die Erdbevölkerung den Mars erobert und sich dabei wie bei der Kolonisierung Amerikas anstellt und die Menschheit alle Probleme mit sich bringen wird. Da sich die Besatzung wie Barbaren verhält, versucht er, alle zu töten, um die Kolonisierung des Mars noch einige Jahre/Jahrzehnte hinaus zu zögern, wird allerdings selbst erschossen.
Oder William Stendahl (2004), der ein Fan der fantastischen Literatur ist, die auf der Erde seit 1975 verboten ist. Er lässt sich auf dem Mars ein Spukschloss bauen, um seine Träume auszuleben. Doch er wartet nur auf die Behördenvertreter, die das Schloss wieder einreißen werden. Während eines Maskenballs kommen alle Gegner der Meinungsfreiheit, Zensoren und Bücherverbrenner sowie der Behördenvertreter um. Das Schloss fällt daraufhin zusammen. (Das Bücherverbrennen ist ein Verweis auf Ray Bradbruys Roman Fahrenheit 451).
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AntwortenLöschen► Die Zeitmaschine ◄
AntwortenLöschen(1895, H.G. Wells)
Der Zeitreisende (im Verlauf auch nicht weiter benannt) erläutert im einem kleinen Kreise intellektueller Gäste zunächst sehr anschaulich das wissenschaftliche Fundament auf dem seine Erfindung beruht und demonstriert seine Funktionsweise anhand eines Modells.
Zum nächsten vereinbarten Treffen verspätet er sich erheblich und macht den Eindruck eines ausgehungerten Vagabunden. Er behauptet an diesem Nachmittag die Zeitmaschine zum ersten mal ausprobiert und 8 Tage in der Zukunft verbracht zu haben. Im Verlauf schildert er die Erlebnisse seiner Reise:
Der Zeitreisende geriet nach einer wilden Irrfahrt in das Jahr 802701 und findet sich in einer Art heruntergekommenen Paradies wieder, in dem kleine, hübsche, menschenähnliche Wesen (die Eloi) leben. Schnell bemerkte er jedoch ihren unfassbaren Mangel an Interesse in jeglicher Hinsicht. Die Eloi leben sorglos, sind naiv und unreflektiert, kommunizieren durch eine rudimentäre Sprache und scheinen nichts wirklich sinnvolles zu tun. Lange bleibt die Versorgung der Elois für den Zeitreisenden ein Rätsel, da niemand arbeitet.
In der folgenden Nacht verschwindet die Zeitmaschine. Der Zeitreisende vermutet die Elois hinter dem Verschwinden, doch die mangelnde körperliche sowie geistige Stärke der kleinen sprechen dagegen. Er unternimmt eine Wanderung und entdeckt neben teils noch bewohnten Ruinen in regelmäßigen Abständen brunnenartige Schächte, die tief in das Erdreich führen, ebenso wie Türme, aus denen warme Luft entweicht. Es sind Hinweise auf ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Auf dem Rückweg rettet er eine ertrinkende Eloi (Weena) und es entsteht eine Art "Freundschaft". Bei einer weiteren Exkursion sichtet er zum erstem Mal einen Molocken, ein weißes affenartiges Wesen, dass in der Dunkelheit lebt. Es flieht in einen "Brunnen-Schacht". Da die Elois auf Fragen bezüglich der Molocken lediglich mit Empörung reagieren, steigt der Zeitreisende in einen Schacht hinab und entdeckt dabei die riesigen Maschinen, die den Elois das Leben an der Oberfläche ermöglichen und sie versorgen. Er kann nur knapp wieder entkommen. Die Erkenntnis, dass die Eloi das domestizierte Vieh der Molocken sind, wächst in ihm an.
Aus Angst vor dem Neumond, die dunkelste Nacht, in der die Molocken vermehrt auf Jagt gehen, flieht er mit Weena in Richtung einer kolossalen Ruine, die sich als verfallenes Museum entpuppt. Auf dem Rückweg kommt er zu einigen Angriffen durch Molocken und der Zeitreisende verursacht versehentlich oder schon durch Erschöpfung dem Wahnsinn verfallen einen Waldbrand um ihre Flucht durch decken. Allerdings läuft alles schief und Weena verschwindet in dieser Nacht während der Zeitreisende wieder nur knapp entkommen kann. Als er in die Siedlung zurückkehrt sind die Türen des Piedestal der Statue geöffnet, seine Zeitmaschine befindet sich darin.
Als er sie besteigt schließen sich die Türen und die Molocken greifen nach ihm. Und wieder entkommt er in letzter Sekunde.
Anstatt zurück reist er jedoch versehentlich weiter in die Zukunft und erreicht ein apokalyptisches Zeitalter. Die stillstehende Erde ist ein trister Ort im ewigen Zwielicht, der sich stetig ausdehnenden Sonne, die nur noch von krebsartigen Lebewesen bewohnt wird. In 100- bis 1000-Jahr-Schritten reist er weiter. Zuletzt wohnt er einer Sonnenfinsternis bei und beobachtet ein ballförmiges torkelndes Lebewesen mit einer Vielzahl von Fangarmen.
Nachdem er zurückgekehrt ist startet der Zeitreisende eine zweite Reise, diesmal mit einem Fotoapparat bewaffnet, von der er allerdings nie zurückkehrt.
"Ein Freund der Erde" (2000, Originaltitel A Friend of the Earth)
AntwortenLöschenvon T. Coraghessan Boyle
Das Buch spielt größtenteils im Jahr 2025, in dem die Erde nur noch ein von Natur- und Klimakatastrophen geplagtes Häufchen Elend ist,
aber auch zum Teil in der Vergangenheit des, mittlerweile ehemaligen, radikalen Ökoaktivisten Tyrone O'Shaughnessy Tierwater.
Dieser ist Protagonist des Buches und lebt im Jahre 2025 als frustrierter 75-Jähriger irgendwo im aufgeweichten da von Dauerregen geplagten Kalifornien und arbeitet als Mädchen für alles im Privatzoo eines senilen Popstars.
Dieser Sänger, mit Namen Maclovio Pulchris, hält auf seinem Grundstück vom Aussterben bedrohte Tiere, unter anderem eine Schabrackenhyäne, Warzenschweine und einen Patagonischen Fuchs, welche zu den letzten ihrer Art gehören.
Generell ist es schlecht um die Welt gestellt, sommerliche extreme Dürreperioden werden im Winter von dauerwährenden Superorkanen und sintflutartigen Regenfällen abgelöst, einziges Nahrungsmittel scheint zwecks mangelnder Anbauflächen Reis zu sein. Dementsprechend flüchtet die Menschheit in ihre bunkerartige Behausung (Glück dem, der so etwas überhaupt sein eigen nennen kann) und spült die Sorgen mit ordentlich Sake runter.
Doch Menschen gibt es all dem zu Trotz reichlich, denn die Wissenschaft hat einen Weg gefunden, um die durchschnittliche Lebenserwartung auf über 100 Jahre zu peitschen und allein in Kalifornien seichen über 61 Millionen Menschen vor sich hin.
Inmitten dieser biologischen Einfalt wird Ty nun von seiner Ex-Frau Andrea kontaktiert und darum gebeten, gemeinsam mit einer ehemaligen Freundin namens April Winter an einer Biographie über Tys Tochter Sierra zu arbeiten.
Sierra verstarb 2001 im Alter von 25 Jahren als Umweltmärtyrerin.
Tyrone willigt widerwillig ein und Andrea und April ziehen daraufhin in Tys kleiner, undichter Hütte auf Maclovios Anwesen ein.
Doch die Situation auf der Erde verschlechtert sich zusehends und zudem verstirbt Maclovio Pulchris nach einem Angriff eines ausgebrochenen Löwens und Ty verliert seinen Job sowieso seine Behausung. Der Löwe wird von Pulchris' Erben erschossen und seine Spezies somit endgültig ausgelöscht.
Tyrone begibt sich zusammen mit Andrea zu einer Berghütte, die den beiden schon damals als Umweltaktivisten als Versteck gedient hat, und verbringt dort mit seiner neuen alten Liebe sowie dem Patagonischen Fuchs Petunia seinen Lebensabend,
in der Hoffnung, dass vielleicht doch wieder alles gut werden kann...
Roman: WIR von Jewgenij Samjatin (1920)
AntwortenLöschenDieser Roman ist eine düstere Zukunftsvision einer kollektivistischen, mechanischen Zivilisation in einem totalitären "Einheitsstaat" wo die Bürger als uniformierte Nummern leben. Wo das Glück-"hundertprozentigen Glück" mathematisch für jeden vorgerechnet wurde und kein Platz für ein Individuum hat. Die ganze Stadt wird von einer grüne Wand/Mauer umzingelt und von Wächtern/Beschützern bewacht. Die Hauptfigur und Ich-Erzähler D-503 verliebt sich in laufe der Geschichte in I-330, wodurch seine mathematisch geordnete Welt durcheinander gerät.Damit beginnt das große Drama:-der Arzt stellt die Diagnose "Bildung eine Seele"; I-330 gehört zu der Opposition, die den Stadt stürzen wollen;- D-503 folgt I-330 und versucht ein Raumschiff-Projekt zu sabotieren, welches scheitert; die grüne Mauer wird gesprengt und der Aufstand der Opposition beginnt. Nach dem letzten treffen von den beiden, ist es nicht klar ob die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht oder sie D-503 ausgenutzt hat. Nach operativer Entfernung der Fantasie sieht D-503 ungerührt zu, wie die festgenommene I-330 in einem "Gas-Zimmer" gefoltert wird, um am nächsten Tag hingerichtet zu werden. Seine letzten Gedanken sind:"die Vernunft muss siegen".
Schöne neue Welt von Aldous Huxley
AntwortenLöschenDie Geschichte spielt im Jahre 632 nach Ford, dem Autohersteller (nach unserer Zeitrechnung das Jahr 2540). Nach dem Neun Jahres Krieg im Jahre 146 nach Ford, der einen wirtschaftlichen Kollaps nach sich zog, wurde eine Weltregierung gebildet nach dem Versuch, eine Konsumideologie zu schaffen. Eine friedliche Reformation in der nun durch ,moderne Zivilisation‘ der Mensch in 5 verschiedene Kasten in Brut- und Aufzuchtszentren geschaffen wird und somit von Beginn an Eigenschaften angeeignet bekommt, die seine vorbestimmte Rolle im Leben erfordert. Die Embryonen werden als Alphas, Betas, Gammas, Deltas oder Epsilons gezüchtet. Bei der ausschließlich die Alphas und Betas als Individuen geschaffen werden. Gammas, Deltas und Epsilons sind dagegen Klone, welchen gezielt schädliche Substanzen verabreicht werden um ihre Entwicklung und Intelligenz zu hemmen. Zudem wird Propaganda gegen die natürliche Fortpflanzung gemacht und sämtliche Museen, Denkmäler und alte Bücher werden abgeschafft und verboten. In der Zeit in der die Geschichte spielt, hat sich der Weltstaat fast vollständig über die Erde ausgebreitet und sich zu einer allgemein glücklichen stabilen Gesellschaft ohne Krankheiten und Unzufriedenheit entwickelt. Den Menschen wird eingeredet, sich in ihrer Kaste wohl zu fühlen und für die Gemeinschaft unverzichtbar zu sein, ebenso nur in der Gemeinschaft glücklich sein zu können. Ständig wechselnde sexuelle Kontakte zwischen den Menschen sollen ausschließlich dem Vergnügen dienen, Liebe und Leidenschaft könnten die Stabilität des Systems gefährden. Auch Bildung, die nur für die Gesellschaft von Nutzen ist, wird gefördert. Geschichte, kulturelle Überlieferungen aus der ,Alten Welt‘ sind verboten. Dafür gibt es Fühlkinos, indem anspruchslose Inhalte, auf Erotik und Action ausgelegt, physisch auf den Körper übertragen werden. „Und wenn wirklich einmal etwas schief geht, gibt es Soma.“ Eine Droge, die stimmungsaufhellend und anregend wirkt und somit jegliche Stimmungsschwankung und negative Stimmung aus dem Weg räumt. Eine Religion gibt es nicht, alle verehren den Autohersteller Henry Ford (Oh, Ford!). In einer Singhalle wird ein ,Gottesdienst‘ mit Singen und Tanzen veranstaltet der in einer Gruppensexorgie im Somarausch endet. Außerhalb der ,Zivilisation‘ in einem kleinen isolierten Reservat, leben sogenannte ,Wilde‘ auf traditionelle Weise in einer Stammeskultur nach natürlichen Lebensvorgängen.
Schöne neue Welt fortsetzung
AntwortenLöschenDurch den Alpha-Mann Siegmund Marx, der die Erlaubnis erhält ein Reservat besuchen zu dürfen, gelangt der ,Wilde‘ Michel in die Zivilisation. Er wird dort von Siegmund Marx und seinen Freund Helmholtz Holmes-Watson (ebenfalls ein Alpha) betreut und lernt die Umstände der schönen neuen Welt kennen. Anfängliche Begeisterung wird zu Verstörung. Seine echt Liebe zu der Betafrau Lenina wird nicht erwieder. Sie ist nicht in der Lage eine emotionale Bindung zu ihm aufzubauen und er verachtet sie. Um die Menschen wachzurütteln, versucht er öffentlich eine Revolte anzustiften, doch diese wird durch Somadämpfe und Lautsprechermanipulation beendet. Siegmund, Helmholtz und Michel werden dem Weltaufsichtsrat für Westeuropa Mustafa Mannesmann vorgeführt. Siegmund und Helmholtz werden auf die Falkinseln (,Individualisteninsel‘) verbannt. Es kommt zu einer Diskussion zwischen Mustafa und Michel über die schöne neue Welt mit ihren Vor-und Nachteilen und die menschliche Freiheit. John merkt, dass er in dieser Welt nicht in Freiheit leben kann und sich nach den damit verbundenen Rechten sehnt. Er sucht sich einen verlassenen Leuchtturm, in dem er lebt.
In seiner plötzlichen Einsamkeit vermisst er Lenina und bestraft sich durch Selbstgeiselung, ein Ritual aus dem Reservat. Dies wird bemerkt und heimlich von der Presse gefilmt. Schaulustige kommen herbei, unter ihnen auch Lenina. Als Sie ihn begrüßen will verliert er die Kontrolle und schlägt zornig auf sie ein. Die Schaulustigen missverstehen seine Handlung, motivieren ihn und fangen an zu singen, tanzen und und es kommt zu einer „Bußorgie“. Michel schlägt Lenina tot und schließt sich dem Rausch an.
Als Michel am nächsten Tag erwacht, wird ihm sein Verbrechen bewusst und in seinem Entsetzen erhängt er sich.
Die Straße von Cormac Mc Carthy – 2006
AntwortenLöschenIm Roman finden sich die beiden Hauptfiguren, ein Vater mit seinem Sohn in einem verwüsteten und zerstörten postapokalyptischen Amerika wieder. Nach einer vom Autor nicht näher beschriebenen Katastrophe liegt das ganze Land in Schutt und Asche. Die Erde ist verbrannt und alles Leben auf ihr ausgestorben. Ein Revolver mit zwei Kugeln in der Trommel bildet ihre einzige Waffe zum Schutz. Nahrung ist ein seltenes Gut und so sind die Beiden ständig auf der Suche nach Nahrungsresten der alten „Hochkultur“. Dabei durchstöbern sie verlassene und verbrannte Häuser und Städte. Ihr weniges Hab und Gut verstaut in einem Einkaufswagen und geschützt durch eine Plane, schleppen sie sich über verschneite Berge und brennend heiße, durch Feuer aufgeweichte Teerstraßen gen Süden. Dabei schlengelt sich die Straße, wie ein roter Faden durch die Geschichte. Denn trotz aller Ereignisse kämpfen sie sich immer wieder zu ihr und somit zum Leben zurück.
In Rückblicken und inneren Monologen des Vaters bekommt man einen Einblick in das Leben vor der Katastrophe und erfährt mehr über die Mutter des Sohnes. Sie gebar ihren Sohn kurz nach den ersten Zeichen der Katastrophe. Kurz nach der Geburt beging sie jedoch Selbstmord, seitdem sieht sich der Vater in der Pflicht das noch vorhandene Familienleben aufrecht zu erhalten und ihre Lebensgeister vor dem erlöschen zu bewahren. Vom letzten Funken Hoffnung und der Bindung zueinander getragen, versuchen sie das Meer im Süden zu erreichen. In dem Glauben dort bessere Lebensbedingungen vorzufinden und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch ihr Überleben, so wird einem schnell bewusst, hängt an einem seidenen Faden. Umgeben von den letzten Überlebenden dieser Welt, gilt es sich gegen Kannibalen, die sich Kellerlager voller Menschen halten und Banden die das Land unter sich aufteilen so gut es geht zu verstecken und ihnen auszuweichen. Im Laufe der Geschichte werden sie jedoch von einer Bande Kannibalen entdeckt und gejagd. Dabei gerät der Junge in Fänge der Bande. Der Vater schaffte es nur, mit einem gezielten Schuss aus dem Revolver den Jungen wieder zu befreien.
Während ihrer Reise werden sie zudem immer wieder mit moralischen Zwickmühlen konfrontiert
und es wird sichtbar, wie schwer es ist in einer so anarchischen Umgebung und Zeit die eigenen Werte zu verteidigen.
Nach monatelangen Strapazen und hungers Phasen erreichen sie endlich den Süden und das Meer und ihnen wird das unendliche Ausmaß der Katastrophe bewusst erneut bewusst. Denn die Küstenregion entspricht nicht ihren Vorstellungen. Am Strand werden sie im Laufe ihres Aufenthaltes ihrer Nahrungsvorräte bestohlen und der Vater von einem Bogenschützen angeschossen. Dies bildet auch das düstere verzweifelte Ende und er erliegt wenig später am Strand seinen Verletzungen. Der bleibt allein zurück. Nach einigen Tagen Trauer trifft der Junge auf eine Familie und schließt sich ihnen an. Als Zeichen seines Vertrauens überreicht er dem „neuen“ Vater den Revolver.
IM LAND DER LETZTEN DINGE
AntwortenLöschenein Briefroman von Paul Auster
Anna Blume ist auf der Suche nach ihrem Bruder William. Sie begibt sich dazu in eine Stadt fern von allen Spuren einer vertrauten Wirklichkeit. Der einzige Anhaltspunkt ihren Bruder zu finden ist seine letzte Adresse und der Name seines Nachfolgers, Samuel Fair.
In der unbekannten und namenlosen Stadt herrscht ein übles Ausmaß an Chaos und Verwüstung. Die Straße, das Gebäude, indem ihr Bruder arbeitete existiert nicht mehr und jeder Weg, den Anna geht und verfolgt, verschwindet am nächsten Tag. Diese Geschehnisse schreibt sie an einen alten Freund.
Sie schreibt z.B. über die sogenannten "Renner" und "Springer", deren einziges Ziel es ist sich selbst zu töten. Überall sieht man Menschen, die sich in Gruppen zu Tode rennen oder sich von Hochhäusern stürzen. Dies hat sich zu einem öffentlichen Ritual entwickelt. Leichen reihen sich an den Straßenrändern und die einzige Aufgabe, die sich die Verantwortlichen der Stadt bewusst sind, ist das entsorgen der Leichen. Jedoch werden die Leichen nicht beerdigt, sondern als Brennstoff zur städtischen Energieversorgung genutzt. Ein Großteil der Bürger sammelt als Hauptbeschäftigung Fäkalien, die zur Methangewinnung und Energieerzeugung verwendet werden. Viele sind obdachlos und um zu überleben, müssen sie plündern, stehlen und dabei erfinderisch sein. Selbst Anna zieht durch die Straßen und sucht als "Jägerin" nach ausschlachtbaren Materialien, womit sie sich in lebensgefährliche Situationen begibt.
Zu ihrem Glück, rettet sie eines Tages Isabel auf der Straße das Leben, und kann bei Isabel wohnen. Von ihr lernt sie Tricks zu überleben. Doch Isabel ist schwerkrank und nachdem sie stirbt, wird Anna aus der Wohnung vertrieben.
So lebt sie wieder auf der Straße und als sie auf der Flucht vor der Polizei in die Nationalbibliothek gerät, lernt sie dort Samuel Fair kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die nicht lange währt. Denn eines Tages als sie sich auf die Suche nach ein Paar Schuhen begibt, gerät sie in eine Menschenschlachterei. Auf der Flucht und schwer verletzt verliert sie nach einem Sturz das Bewusstsein und wacht im Woburn House, einem gemeinnützigen Krankenhaus auf und muss feststellen, das die Bibliothek abgebrannt ist. In dem Krankenhaus lernt sie Victoria kennen und hilft ihr bei der Erhaltung des Hauses...
Ihren Bruder William konnte Anna jedoch nicht finden.
Lao She
AntwortenLöschen"Die Stadt der Katzen"
Der erste Mensch auf dem Mars, ein Chinese, erlebt eine Bruchlandung und verliert dabei seinen einzigen Kameraden. Er entdeckt ein Land, das von Katzenmenschen besiedelt ist, mit grauem Himmel und warmer, stickiger Luft. Dort lernt er die Sprache und findet Kontakt zu den Katzen. Bewaffnet mit Streichhölzern und einer Pistole ist er in Besitz der stärksten Waffen im Katzenreich und verschafft sich so Respekt und nicht nur Überlebenschance, sondern auch die Möglichkeit, Land und Bewohner kennenzulernen. In seinen Augen steht das Reich kurz vor dem Untergang: Jeder ist nur an Rauschblättern interessiert, deren Konsum die Atmung in der staubigen, warmen Atmosphäre leicht macht, wobei Übergenuss tödlich enden kann. Der Kaiser und Beamte kümmern sich nicht um das Volk. Bildung ist nur scheinbar vorhanden, das Volk lebt in Dreck und Armut. Das Land ist von ständigen Revolutionen erschüttert, die jedoch nichts außer Machtwechsel bringen - auch wenn Kämpfer für das Volk die Macht ergreifen, so wissen sie nicht, was sie tun sollen. In den Städten mit Häusern aus Lehm herrschen Gestank und Dreck, die Straßen sind uneben und ungepflegt. Die Katzen sind feige, hinterhältig, Versprechen halten wird als Schwäche gesehen und Diebstahl als Auslebung der Freiheit. Kriege werden hauptsächlich mit Nachbarländern geführt (und meistens verloren) und innerhalb des Landes um die Rauschblätterwälder. Insgesamt sind die Katzen geistig zu schwach und faul, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu ändern. Ihr undiszipliniertes, unorganisiertes Verhalten wird ihnen zum Verhängnis. Der Chinese beobachtet ihr Leben, versucht sich einzumischen und zu helfen. Er verliert jedoch am Ende bei der letzten Schlacht gegen ein Nachbarland seine einzigen Freunde und muss zusehen, wie das Volk in dem Kampf untergeht.
Dieser Geschichte ist eine Kritik an der Opiumsucht im alten China und wurde 1932 zum ersten Mal veröffentlicht.